Dunkerque – eine verkannte Stadt –

Von vielen haben wir gehört, fahrt bloß nicht nach Dunkerque. Da ist es hässlich und nur Industrie. Also das können wir nun überhaupt nicht bestätigen.

Nachdem wir uns das o.k. von Zeebrügge Port Control geholt haben, um den Hafen zu verlassen sind wir gegen 9:00 Uhr los und hatten so gut 5 Stunden die Strömung mit uns. Und so sind wir zügig voran und waren schon um 16:00 Uhr im Hafen. Ich hatte den Hafen, der dichter an der Stadt ist (Yachtclub de la mer du nord) eine Email geschrieben, und nach einen Liegeplatz gefragt. Keine Antwort. Ruft man dort an, wird man verwiesen, eine Mail zu schreiben. Toll. Sehr kundenfreundlich. Letztendlich war es aber gut, dass die nicht geantwortet haben, weil wir den Hafen überhaupt nicht schön fanden und so dicht an der Brücke ist es sicherlich auch recht laut.

So sind wir wieder zurück zum Hafen „Port du Grand Large“. Da gibt es ein langen Besuchersteg, wenn man rein fährt gleich rechts oder man funkt den Hafen auf Kanal 9 an und fragt nach einer Box. Bei der Einfahrt ist ein großes Schild mit der Funk-Nr. Und sie haben auch sofort reagiert und uns zwei Plätze zur Auswahl gegeben.

Auch hier Schwimmstege mit enorm großen Klampen. Sehr komfortabel.

Hafengebühr beträgt hier 35,00 Euro. Wenn man 6 Tage bleibt, bekommt man den 7. Tag frei. Das haben wir auch gebucht. Weil 6 Tage bleiben wir auf alle Fälle und wenn doch noch den 7. Tag, dann ist der wenigstens gratis.

Die beiden jungen Männer im Hafenbüro waren ausnehmend freundlich. Man bekommt eine Karte, mit der man Zugang zum Steg und zu den sanitären Anlagen hat. Duschen, Wasser, Strom und W-Lan ist inklusive. W-Lan reicht sogar zum Boot ist aber nicht ganz stabil. Die sanitären Anlagen sind o.k. Es riecht ein wenig muffig.

Waschmaschine und Trockner kosten je 5,00 Euro. Jedoch läuft die gute Miele Waschmaschine gute 2 Stunden. Und so sind die Sachen dann auch sauber. In einigen Häfen wird die Waschzeit gekürzt. Hier nicht.

Von diesem Hafen ist man in 5 Minuten zu Fuß an der großen Strandpromenade. Es führt eine große Brücke dorthin. Ein toller Ausblick und sehr viele Cafés und Restaurants. Wir haben uns für das Restaurant „Face a la mer“ entschieden und Muscheln und Thunfisch gegessen. Es war o.k. Wir würden aber nicht noch mal hingehen. Die Muscheln waren ganz schön klein und recht geschmacklos. Die Sauce mit dem regionalen Käse aber sehr lecker.

Besonders hervorzuheben ist, dass Busfahren in Dunkerque gratis ist. Die Bushaltestelle ist auch nur 5 Minuten vom Hafen entfernt. Wenn man ins Centrum fahren möchte, nimmt man den Bus C4 oder C4A und fährt 3 Stationen bis Hôtel de Ville. Und das Rathaus ist ein echter Hingucker. Schickes Gebäude. Etwas weiter sieht man schon die große Kirche. Auf dem Platz gibt es die Patisserie „Maison Vaucamp“. Und hier waren wir wieder im Paradies des leckeren Kuchens/Gebäcks.

Die Patisserie hat auch eine Filiale an der Strandpromenade. Gleich neben dem Grand Hotel Radisson Blu.

Im Marine Center, eine kleine Einkaufspassage ist ein sehr gut sortierter Leclerc zu finden. Leider haben wir zu spät erfahren, dass ein richtig gutes Restaurant für Muscheln, das Moule rit am Ende der Strandpromenade sein soll.

Dafür haben wir noch einen Tipp, um sehr gute Galettes und Crêpes zu essen. Die Crêperie an der Strandpromenade. Das war auch köstlich. Überhaupt nicht mit den Crêpes in Deutschland zu vergleichen.

Das Wetter war wirklich wie im April. Regen, Sturm dann wieder Sonnenschein. Die Temperaturen waren meist auch nur so bis max. 17 Grad. Wir hoffen, dass es bald mal wärmer wird.

Am letzten Tag in Dunkerque haben wir noch einen Ausflug nach in die Stadt Gravelines gemacht. In dem Ort wurde eine mächtige Zitadelle erbaut, die durch doppelte Umfassungsmauern und einen Graben geschützt war. Gravelines war in der Folge oft Schauplatz kriegerischer Ereignisse. Gravelines hat eine sehenswerte Altstadt, zwei Kilometer vom Meer entfernt am Ostufer der Aa. Die Stadtbefestigung, zum Teil im späten 17. Jahrhundert vom berühmten Festungsbaumeister Vauban angelegt, ist gut erhalten geblieben. Das Rathaus hat, wie in vielen anderen Städten Flanderns, einen Belfried, der zum UNESCO-Weltkulturerbe Belfriede in Belgien und Frankreich gehört.

Es ist ein charmanter Rundweg entstanden, der uns durch viele schöne Orte geführt hat.

Wenn man noch etwas mehr Zeit hat, dann sollte man auch noch zum Strand und zum Fort de Philippe fahren. Das ist sicherlich auch sehr sehenswert.

Man kommt mit dem Bus C4A in einer Stunde dorthin. Man muss noch nicht einmal umsteigen. Aber ungefähr in der Mitte des Weges gibt es an der Station Grande Synthe ein großer Supermarkt Auchan. Da haben wir auch noch einmal eingekauft.

Auf dem Weg nach dem großen Industriehafen haben wir viele Flüchtlinge gesehen. Eine richtige Wanderung war das. Das war schon bedrückend.

2 Kommentare zu „Dunkerque – eine verkannte Stadt –“

  1. Hallo Gitti & Jörg,
    wir verfolgen bereits seit langem euren Blog, die vielen Ostsee-Fahrten und so. Aber wir haben uns nie getraut, einen Kommentar abzugeben… denn wir haben keine Stange auf dem Deck – sind leider „nur“ Motorbootfahrer. Des Friedens willen sind wir dann lieber zurückhaltend. 🙂
    Als ihr dann eure Törnabsicht (Mittelmeer) in die Tat umgesetzt habt, wurden wir neugierig. Die Passage entlang NOK, Nordsee bis Holland kennen wir auch. Und weiter???
    Der Zufall ergibt, dass wir gerade in unserem Sommerurlaub Richtung London sind. Und gestern haben wir in Dunkerque festgemacht – dort wo ihr uns den letzten Diesel weggetankt haben müsst!!! Tankstelle leer – keiner in der Capitainerie konnte helfen!
    Und ohne Diesel keine Überfahrt nach England!!! Aber Spaß beiseite, der Tankwagen kam heute Mittag!
    Mit Blick auf die Wetterkarte fahren wir erst übermorgen „rüber“, und so folgen wir hier euren Spuren. Wir standen gerade vor dem empfohlenen Fischrestaurant, morgen abend werden wir die Empfehlung testen und über die Muscheln euch berichten.
    Euch weiterhin eine gute Reise und alles Gute. Viele Grüße von Bord der Magic Moments (https://www.youtube.com/c/magicmomentsboating).
    Ralf

    1. Hallo Ralf,
      bei uns sind alle Motorbootfahrer willkommen. Unsere besten Freunde haben auch ein Motorboot, jedoch in Berlin. Und wenn wir nicht mehr segeln wollen, werden wir wohl auch auf ein Motorboot wechseln…Es freutuns sehr, dass unser Blog und die Videos, Anreize setzen und mitunter helfen. Wir freuen uns auch sehr über Kommentare auf unserem YouTube-Kanal. Also bitte nicht zurück halten….:-) Deine Videos sind auch toll. Gerade die Fahrt durch Lübeck in den Bereichen, wo wir mit unserer „Stange“ nicht hinkommen.
      Wir wünschen euch viel Spaß in London und eine gute Überfahrt. Wir sind aktuell in der Bretagne in L’Aber Wrac’h und werden Mittwoch oder Donnerstag weiter nach Camaret-sur-mer. Wir hängen im Blog ein wenig hinterher. Aber heute ist wieder Bürotag und es kommt wenigstens der Beitrag von Cherbourg. Vielleicht auch noch von Roscoff, was uns sehr gefallen hat. Und auch da gibt es einen ganz hervorragenden Restauranttipp. Was habt ihr nach London noch so geplant?
      Viele Grüße
      Gitti und Jörg

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